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TOP 50 Computerkarten
 
Nachdem so ziemlich in jedem Bundesland die Kartensoftware der entsprechenden Landesvermessungsämter erschienen ist, haben die Hessen es nun auch geschafft.
Seit Anfang Februar diesen Jahres liegt die hessische Software in jedem gut sortierten Buchhandel für Euch bereit.
Für alle anderen Bundesländer ist meines Wissens die aktuelle Version der Kartensoftware bereits seit einigen Monaten veröffentlicht. Bei Kauf solltet Ihr aber unbedingt darauf achten das es sich um die neueste Version handelt. Erkennen könnt Ihr das recht einfach am Funktionsumfang. Nur die aktuelle Version verfügt über GPS Unterstützung und 3D Darstellung.

Hier die Features im Überblick:

- blattschnittfreies Scrollen
- Suche nach Ortsnamen
- Messen von Entfernungen und Flächen
- Anzeige von Koordinaten und Höhen
- Drucken von Kartenausschnitten
- Zeichnen und Beschriften
- Datenbankschnittstelle
- Integrierte Schnittstelle für GPS-Anwendung
- 3D Darstellung und Geländeprofile
- Stereobetrachtung mit Rot-Grün-Brille (Brille gehört zum Lieferumfang)

 
 
Auf den ersten Blick fällt auf, dass die Karten bei beim vergrößern recht pixelig werden. Die Karten werden also auf Bitmapbasis und nicht auf Vektorbasis dargestellt. Es handelt sich aber um genau die topografischen Karten, die man auch einzeln in Papierform bekommt.

Erstellen einer Tour
Als erstes wollen wir eine kleine Tour erstellen. Die Software ist nicht in der Lage eine Strecke zwischen zwei Punkten zu routen. Also den kürzesten oder schnellsten Weg zu berechnen. Stattdessen müssen Sie Ihren Weg auf der Karte manuell markieren. Das geschieht über ein Linienwerkzeug mit dem Sie eine Linie möglichst genau auf den Wegverlauf legen.

 
 
Sie können später auch mehrere kleinere Streckenteile zu einer großen zusammenfügen.
Für die erstellte Wegstrecke lässt sich nun ganz einfach ein Geländeschnitt erstellen bei dem man zudem noch die Weglänge ablesen kann. Wünschenswert wäre noch eine Angabe über die Höhenmeter gewesen. Leider wird aber nur ein Höhendiagramm angezeigt, bei dem man sich die Gesamthöhenmeter erst zusammenrechnen muß.
 
 
Um noch ein besseres Gefühl für die Höhenunterschiede zu bekommen als es die Höhenlinien der Karte vermitteln, kann man verschiedene 3D-Ansichten erstellen.
Eine der besten Darstellungen ist meiner Meinung nach die "rot-grün" Ansicht, die Sie mit der beiliegenden Brille betrachten können. So kann man recht schnell erkennen welche Wege die steilsten Anstiege haben und kann so die Route optimal planen.

Ist schließlich die Tour komplett geplant, so kann man diese als Overlay speichern um sie später wieder zu laden oder um sie auf den GPS-Empfänger zu kopieren.
Für den Transfer zum GPS ist ein eigenständiges kleines Programm zuständig. Dies ist in der Lage, die Overlaydateien als Routen auf den GPS zu kopieren oder aber vom GPS aufgezeichnete Routen als Overlay zu speichern. So hat man auch die Möglichkeit eine gefahrene Tour auszulesen um die Wegstrecke auf der Karte anzeigen zu lassen.

 
 
Das Kabel zwischen PC und Garmin GPS kann man meines Wissens im Internet bestellen oder aber selbst bauen. Die Fertigkabel sind natürlich etwas teurer als wenn Ihr zum Lötkolben greift. Um das Kabel zu bauen braucht Ihr keine ausgebildeten Elektrobäcker zu sein. Es sind lediglich zwei Pins zu verschalten am seriellen Port. Den Rundstecker für den Garmin kann man für schmales Geld bestellen. Wer die Pinbelegung nicht findet oder den Stecker nicht bekommt, der kann sich gerne bei mir melden (sven@x-mountain.de) oder im Forum. Vielleicht stell ich bei Bedarf auch noch eine Bauanleitung online. Einsatz auf dem Trail
Nun wird es Zeit zu testen, ob es sich nur um eine technische Spielerei handelt, oder ob man nun wirklich in der Lage ist ohne lästiges Kartelesen die Tour zu genießen.
Die Befestigung des GPS am Bike ist hierbei eine eigene Geschichte. Siehe den Bericht "Garmin12" oder den in Kürze geplanten Bericht für eine stabile Lenkerhalterung.
Wichtig ist nur, dass das Gerät immer sichtbar ist. Ist der GPS irgendwo in der Trikottasche oder in einer Handybox untergebracht hat man nicht viel gewonnen. Man muss zur Orientierung doch immer anhalten und das stört doch gewaltig. Besser ist es wenn man das Display immer im Blick hat und so während der Fahrt ( für mögliche Schäden am Bike oder bei gesundheitlichen Schäden übernehmen wir keine Haftung ;-) ) immer den Überblick behält.
Beim Test in der Praxis ist uns aufgefallen, dass man die geplante Route meistens recht gut abfahren kann. Hin und wieder kann es vorkommen das man etwas neben der Route fährt. Das wird vermutlich durch einen schlechteren Empfang durch dichte Bäume verursacht. Die Abweichung ist aber meistens so gering, dass es trotzdem eindeutig zu erkennen ist ob man noch auf dem richtigen Weg.
Als Fazit ist zu sagen, dass das System gut funktioniert und man sich prima in unbekanntem Gebiet wie ein Local bewegen kann.

Einsatz auf der Strasse
Im Einsatz auf dem Rennrad funktioniert das GPS-System ausgezeichnet. Hier sind meist weniger störende Bäume im Weg und somit ein deutlich besser Empfang gewährleistet. Dadurch ist die Positionsbestimmung besser und die geplante Route wird meist genau von der gefahrenen gedeckt.

Fazit
Mir ist aufgefallen, dass man selbst in seinem Stammrevier durch die neu entdeckte Abenteuerlust noch Trails entdeckt. Meist fährt man aus Gewohnheit die Strecken die man kennt. Durch die Möglichkeit sich auch in unbekanntem Gebiet wie ein Tourguide zu bewegen fährt man öfters neue Wege.